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DiscoursPublié le 24 avril 2026

Auftakt der Sinne

Berne, 24.04.2026 — Rede von Bundespräsident Guy Parmelin Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) anlässlich der Eröffnung der BEA

Es gilt das gesprochene Wort.

Mesdames et Messieurs en vos titres, fonctions et innombrables qualités

Sehr geehrte Damen und Herren,

Vielen Dank für die Einladung. Als ich das Motto der diesjährigen BEA las, musste ich etwas schmunzeln. Und ich habe fast die Zunge gebrochen, als ich es laut – im Auto - sagen wollte: «Gsehsch sä scho, ghörsch sä scho, schmöcksch sä scho». Sie haben wohl nicht an mich gedacht, als Sie diesen Titel gewählt haben.

Während dieser zehn Tage geht es also um die Sinne. Seien wir ehrlich: Wenn jemand weiss, wie man die Sinne weckt, dann sind es die Vertreter der Landwirtschaft. Wo sonst riecht man am Eingang, dass man angekommen ist? Und als ehemaliger Landwirt weiss ich, wovon ich spreche.

Sie haben mich in meiner Rolle als Vertreter der Landesregierung eingeladen. Nicht zum ersten Mal. Ich weiss es. Wie oft wollte ich als Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Bildungsminister schon an die BEA kommen und sie eröffnen. Leider sind mir in den letzten Jahren immer wieder wichtige Termine im Ausland dazwischengekommen. Jetzt freue ich mich besonders darüber, dass es mir in diesem Jahr gelungen ist: und erst noch in meinem Jahr als Bundespräsident.

Für mich ist es keine gewöhnliche Einladung unter vielen. Es ist eine Einladung dafür, mit Ihnen zusammen hinzuschauen, zuzuhören und wahrzunehmen, was die Landwirtschaft und das Gewerbe leisten. Die BEA ist für mich Landwirtschaft und Gewerbe zum Anfassen. Dies ist zunehmend wichtiger in unserer Gesellschaft, die immer städtischer wird. Auf neudeutsch würden wir urbaner sagen. Oder wie der Werbetexter für die BEA treffend sogar Wörter en bon français einfliessen lässt: Streetlife trifft auf Stallluft, Hightech auf Handwerk, Glitter auf Gummistiefel.

Wir sehen hier Innovation und Tradition Seite an Seite. Zum Beispiel mit der Sonderschau Roboterwelten. Hier wird demonstriert, wie Robotik alles verändert. Ich freue mich bereits jetzt auf die Begegnung mit einem Roboterhund. Wobei ich auch hier ehrlich sein muss: ein richtiger Berner Sennenhund ist mir immer noch lieber!

La BEA est bien plus qu’une foire : c’est un concentré de la Suisse que nous connaissons. Ici, la ville rencontre la campagne et la tradition tend la main à l’innovation. On s’y retrouve pour découvrir, se laisser surprendre ou simplement passer un bon moment.

La BEA met les projecteurs sur le vaste potentiel d’innovation de l’agriculture et laisse entrevoir ses développements futurs. J’ai bien conscience que pour pouvoir continuer à se développer, ce potentiel a besoin de soutien politique : autrement dit de structures fiables, de marchés équitables et de conditions-cadres propices. Le Conseil fédéral partage d’ailleurs cette préoccupation. C’est pourquoi nous travaillons déjà à l’élaboration de la politique agricole 2030. L’un de nos objectifs est de continuer à alléger la charge administrative qui pèse sur les agricultrices et agriculteurs et d’élargir leur marge de manœuvre entrepreneuriale.

Ebenso wichtig ist dem Bundesrat in der Landwirtschaft die Forschung.  Deshalb betreibt er mit Agroscope als Kompetenzzentrum des Bundes eine eigene Forschungsstelle.

Hier an der BEA können sie Agroscope hautnah erleben. Im Grünen Zentrum finden Sie die bundeseigene Bakteriensammlung. Im Tresor erfahren Sie, was diese kleinen Bakterien alles können. Gehen Sie hin und sehen sie, wie Käse mit einer hohen Bakterienvielfalt entsteht und was ihn besonders gesund macht.

Was mich auch sehr freut, ist die Ausstellung PFERD. Als Bildungsminister schlägt mein Herz höher, wenn ich sehe, wie Hufschmiede und Sattelmacher ihre Arbeit zeigen.

Wussten Sie, dass auch der Bund eine Lehrstelle als Hufschmied anbietet?

An der BEA gibt es also viel zu Entdecken. Was Sie hier finden, ist Teil unserer Identität. Und Sie schlagen hier eine Brücke zwischen Regionalität, Genuss und Technologie.

Hier sehen Sie, was unser Land ausmacht:
Engagement, Vielfalt und Bodenständigkeit.

Mit viel Engagement und Stolz präsentiert unsere Landwirtschaft ihre Produkte.
Unsere Unternehmen zeigen ihre vielfältige Innovationskraft und den unbändigen Unternehmergeist.
Und unsere Regionen bringen ihre kulturelle Vielfalt und Bodenständigkeit nach Bern.

Das alles schafft Identität – und stärkt was mir so wichtig ist: den Zusammenhalt in unserem Land.

Die BEA ist aber auch ein Ort, an dem wir nach vorne schauen.
Wo neue Ideen entstehen, wo Entwicklungen sichtbar werden, und wo wir gemeinsam überlegen können, wie wir die Zukunft gestalten wollen – sei es in der Ernährung, im Gewerbe oder in der Landwirtschaft.

Und gerade in einer Zeit, in der vieles schnell, digital und manchmal auch etwas distanziert geworden ist, bietet die BEA etwas sehr Wertvolles: Begegnungen. Echte Begegnungen.

Und bei aller Bedeutung darf eines nicht fehlen: die Freude. Die Freude am Entdecken, am Probieren, am Staunen – und ja, vielleicht auch an einer Bratwurst oder einem Magenbrot zwischendurch.

A propos Genuss: Ich habe von einigen meiner Mitarbeitenden gehört, dass es hier sehr feine Militärkäseschnitten gibt. Ich bin gespannt, ob der Roboterhund meine Liebe zu Käseschnitten antizipiert und mir eine bringt…

Unabhängig davon möchte ich,

meine Damen und Herren,

an dieser Stelle den Organisatorinnen und Organisatoren danken. Die BEA lebt von den Menschen, die sie möglich machen. Ich danke aber auch den Ausstellerinnen und Ausstellern und den vielen Helferinnen und Helfern. Und natürlich danke ich auch Ihnen, liebe Besucherinnen und Besucher. Sie machen die BEA erst zu dem, was sie ist!

Die BEA ist wichtig für Bern, für den Kanton und die ganze Schweiz. Im Gegensatz zur «Comptoir Suisse» in Lausanne – und das sage ich als Waadtländer mit einem weinenden Auge – lebt die BEA weiter und überrascht immer wieder aufs Neue.

Und wenn ich zum Schluss noch einen Wunsch äussern darf, oder zwei, dann gerne dies:

Ich wünsche mir, dass möglichst viele Besucherinnen und Besucher neue Welten und Inspirationen entdecken.

Und ich wünsche uns allen spannende Begegnungen und Ihnen persönlich schon jetzt viel Vergnügen und schöne Momente auf Ihrem Rundgang durch die BEA.