Wiedereingliederung von erschwert vermittelbaren und älteren Arbeitslosen: Evaluationsberichte zeigen wirksame Ansätze
Bern, 17.02.2026 — Im Rahmen des «Impulsprogramms zur Förderung der Wiedereingliederung von erschwert vermittelbaren und älteren Arbeitslosen» setzten zwischen 2020 und 2026 22 Kantone 35 Projekte um. Die Evaluationen und eine übergreifende Synthese zeigen, welche Ansätze besonders wirksam sind.
Der Bundesrat beauftragte 2019 das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO im Rahmen der Arbeitslosenversicherung (ALV) und der öffentlichen Arbeitsvermittlung (öAV) mit der Umsetzung des Impulsprogramms.
Sieben Handlungsfelder im Fokus der Projekte
Die 35 Projekte griffen unterschiedliche Hürden bei der Arbeitsmarktintegration der Zielgruppe auf und konzentrierten sich auf sieben Handlungsfelder: Job Coaching, Intensivierung und Weiterentwicklung der Beratung, Stärkung der Beratungskompetenz, Weiterentwicklung von arbeitsmarktlichen Massnahmen, Selbstlernformate für Stellensuchende, Förderung von digitalen Kompetenzen sowie Netzwerkausbau mit Arbeitgebenden und/oder Partnern der interinstitutionellen Zusammenarbeit. Alle Projekte wurden extern evaluiert und auf dieser Grundlage eine Synthese erstellt.
Zentrale Ergebnisse der Evaluationssynthese
Die Evaluationssynthese zeigt übergreifend positive Effekte auf zentrale Faktoren der Stellensuche, etwa auf Bewerbungskompetenzen, Motivation, Selbstvertrauen und soziale Kontakte. Eine erfolgreiche Umsetzung war bei Projekten mit sehr spezifischen Zielgruppen schwieriger, da sie nur wenige Teilnehmende erreichen konnten. Zudem bleibt die Vermittlung von Stellensuchenden mit erhöhtem Unterstützungsbedarf herausfordernd und erfordert engen Kontakt zu den Arbeitgebenden.
Job Coaching besonders erfolgreich
Am häufigsten setzten die Kantone auf die Erprobung von Job Coaching. Eine enge und individuelle Begleitung durch Job Coaching zeigte sich für die Zielgruppe als erfolgreicher Ansatz, der sich positiv auf die Bewerbungskompetenzen auswirkte. Die Zufriedenheit der Teilnehmenden war sehr hoch. Bei den zwei Projekten mit einer quantitativen Wirkungsanalyse zeigte sich ein positiver Effekt auf die Wiedereingliederung. Die Mehrheit der 14 Job Coaching Projekte findet Einzug in die Regelstrukturen der ALV und öAV. Die Einführung von Job Coaching ist ein Schwerpunkt der «Strategie öAV 2030».
Weitere wirksame Ansätze
Auch intensivere Beratungsangebote zu spezifischen Themen sowie niederschwellige, flexibel nutzbare Formate bewähren sich. Ein Grossteil dieser Projekte wird von den Kantonen dauerhaft eingeführt.
Die Evaluationssynthese ist online verfügbar unter: Bundesmassnahmen zur Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials
