Von-Wattenwyl-Gespräche vom 4. September 2026
Bern, 04.09.2026 — An den dritten Von-Wattenwyl-Gesprächen des Jahres, am Freitag, 4. September 2026, kamen der Bundesrat in corpore und die Spitzen der Bundesratsparteien zusammen. Im Zentrum des Austauschs standen die Revision der Postgesetze und die Leitlinien des Bundesrates für die Verteidigung. Der Bundesrat informierte zudem über Massnahmen beim Themenkreis «Hitze und Trockenheit».
Der Bundesrat will die postalische Grundversorgung modernisieren. Die Post soll ihr Angebot auf die veränderten Bedürfnisse von Bevölkerung und Unternehmen ausrichten können. Gleichzeitig soll für alle Bevölkerungsgruppen in allen Landesteilen eine ausreichende und preiswerte Grundversorgung gewährleistet bleiben. Zudem präzisiert die Vorlage den Unternehmenszweck der Post und führt ein Verfahren zur Überprüfung von Beteiligungserwerben ein. Die Vernehmlassung dazu hat der Bundesrat Ende Juni 2026 eröffnet. An den Von-Wattenwyl-Gesprächen standen der Mechanismus zur Anpassung der Grundversorgung und der vorgeschlagene Mindestumfang im Zentrum der Diskussion.
Der Bundesrat informierte zudem über die Leitlinien für die Verteidigung und die damit verbundene Rüstungsplanung. Hybride Aktionen und Angriffe aus der Distanz stellen in der aktuellen Lage die wahrscheinlichsten Bedrohungen dar und können auch kritische Infrastrukturen in der Schweiz betreffen. Eine glaubwürdige Abhaltewirkung der Armee ist zentral für die Sicherheit unseres Landes. Heute ist die Armee im Wesentlichen eine Ausbildungsarmee. Um künftig wieder als Einsatzarmee den Schutz der Bevölkerung und des Landes aufgrund der verschärften Bedrohungslage sicherstellen zu können, braucht es eine Neuausrichtung der Einsatzkonzeption, Anpassungen in der Organisation, eine vorausschauende Rüstungsplanung und die notwendigen finanziellen Mittel.
Zur Sprache kamen am Freitag auch die Beschlüsse des Bundesrates vom 26. August 2026 zur aussergewöhnlichen Hitze- und Trockenheitssituation in diesem Sommer. Kurzfristig beantragt die Landesregierung zusätzliche 17,5 Millionen Franken für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel und erhöht die Betriebshilfe für betroffene Landwirtschaftsbetriebe einmalig um 54 Millionen Franken. Weitere Massnahmen werden geprüft, die Lage beurteilt der Bundesrat bis Ende Oktober erneut. Langfristig setzt er wie bisher auf die Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft, um die Ursache des Klimawandels anzugehen. Gleichzeitig soll sich die Schweiz an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen. Im Herbst stellt der Bundesrat einen überarbeiteten Aktionsplan mit Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Hitze und für eine widerstandsfähigere Land- und Forstwirtschaft vor.
