Politischer Dialog zwischen der Schweiz und China – EDA-Staatssekretär Alexandre Fasel in Peking
Bern, 26.06.2026 — Der Staatssekretär des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), Alexandre Fasel, nahm am 26. Juni 2026 in Peking am politischen Dialog zwischen der Schweiz und China teil. Er führte Gespräche mit der stellvertretenden Aussenministerin der Volksrepublik China, Hua Chunying. Zu den Themen gehörten die bilateralen Beziehungen, die Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen sowie verschiedene regionale und internationale Fragen.
Vor dem Hintergrund steigender geopolitischer Spannungen, einer zunehmenden Fragmentierung der internationalen Ordnung sowie tiefgreifender wirtschaftlicher und technologischer Veränderungen betonten die Schweiz und China die Bedeutung des Dialogs und der Zusammenarbeit. Beide Seiten wiesen darauf hin, dass offene Kommunikationskanäle und regelmässige Dialoge dazu beitragen, die Vorhersehbarkeit der internationalen Beziehungen zu stärken und Lösungen für globale Herausforderungen zu beschleunigen.
Die Schweiz ist der Ansicht, dass der Dialog mit all ihren Partnern, einschliesslich der Grossmächte, entscheidend bleibt, um in einem sich wandelnden internationalen Umfeld Stabilität und Wohlstand zu schaffen und die Achtung des Völkerrechts zu stärken.
Innovative strategische Partnerschaft
Die Gespräche markierten den zehnten Jahrestag der 2016 ins Leben gerufenen innovativen strategischen Partnerschaft zwischen der Schweiz und China. Die beiden Delegationen erörterten die wichtigsten Entwicklungen des letzten Jahrzehnts und bekräftigten ihre Absicht, in Bereichen von gegenseitigem Interesse eine pragmatische Zusammenarbeit weiterzuverfolgen.
Beide Seiten bekräftigten zudem ihren Willen, die Vorbereitungen für den nächsten strategischen Dialog auf Aussenministerebene, der noch dieses Jahr in China stattfinden soll, fortzusetzen. Auch Fragen im Zusammenhang mit den Menschenrechten und die Bedeutung der Fortsetzung des Dialogs in diesem Bereich wurden angesprochen.
Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit war ein zentrales Gesprächsthema. China gehört nach wie vor zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern der Schweiz in Asien, während die Schweiz für chinesische Unternehmen mit Niederlassungen in Europa weiterhin eine bedeutende Partnerin ist.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen insbesondere die laufenden Arbeiten zur Optimierung des Freihandelsabkommens zwischen der Schweiz und China. Beide Seiten betonten, wie wichtig moderne, an die Entwicklungen im internationalen Handel angepasste wirtschaftliche Rahmenbedingungen sind, um den bilateralen Handel zu stärken und für die Unternehmen beider Länder zusätzliche Opportunitäten zu schaffen.
Die Delegationen unterhielten sich ausserdem über die Beziehungen in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Finanzen. Sie begrüssten den intensiven Austausch zwischen den Forschungseinrichtungen, den Hochschulen und den Wirtschaftsakteuren beider Länder und würdigten die Fortschritte bei der Umsetzung der verschiedenen bilateralen Fachdialoge.
Regionale und internationale Fragen
Die beiden Delegationen besprachen zudem ihre Einschätzungen zu den wichtigsten aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen, insbesondere im Nahen Osten und in der Ukraine, einschliesslich der Lage auf der koreanischen Halbinsel, sowie zu den Möglichkeiten zur Förderung der regionalen und internationalen Stabilität. Dabei wurde auch die Situation in Bezug auf Taiwan / Chinesisches Taipeh thematisiert.
Die Schweiz und China betonten die wichtige Rolle des Multilateralismus bei der Bewältigung globaler Herausforderungen. Im Vordergrund standen die Zusammenarbeit im Rahmen der UNO – insbesondere im internationalen Genf – und mit anderen Organisationen sowie die Anstrengungen zur Stärkung von Mechanismen der Dialogförderung und der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten.
