Zum Hauptinhalt springen

MedienmitteilungVeröffentlicht am 25. Juni 2026

«Task Force Intensivtäter»: Intensivierte Zusammenarbeit zeigt Wirkung

Bern-Wabern, 25.06.2026 — Ein am 25. Juni 2026 veröffentlichter Zwischenbericht zieht eine Bilanz über die ersten sechs Monate des Pilotprojekts «Task Force Intensivtäter». Die vorliegenden Resultate bestätigen die zentrale Bedeutung der Koordination zwischen Strafvollzugs-, Polizei- und Migrationsbehörden. Erste konkrete Massnahmen wurden bereits umgesetzt.

Die «Task Force Intensivtäter» (TIA) koordiniert mittels eines Case Managements das Zusammenspiel von Asyl- und Strafverfahren sowie des Straf- und Wegweisungsvollzugs. Dies mit dem Ziel, die zur Verfügung stehenden Instrumente durch die Behörden – wie etwa ausländerrechtliche Zwangsmassnahmen für Personen, die die Schweiz verlassen müssen – effizient auszuschöpfen.

In den ersten sechs Monaten des Pilotprojekts (Juni – November 2025) wurden 87 Fälle ins Case Management aufgenommen. Diese waren von den zehn ausgewählten Pilotkantonen gemeldet worden. Rund zwei Drittel der Fälle betraf Personen aus dem Asylbereich, wobei diese überwiegend aus Herkunftsstaaten mit sehr tiefer Schutzquote stammen. Nach sechsmonatiger Pilotphase waren noch 51 Fälle in Bearbeitung der Task Force, wobei sich die meisten dieser Personen in Haft befanden. In den übrigen 36 Fällen hatte eine Ausreise stattgefunden oder die Personen waren untergetaucht.

Im Rahmen der ersten Pilotphase konnte die TIA bereits konkrete Massnahmen umsetzen. Dazu gehören die verbesserte Nutzung von Ausschreibungen im Schengener Informationssystem zur Anordnung von Zwangsmassnahmen, die frühzeitige Koordination bei Dublin-Fällen im Strafvollzug sowie die Kennzeichnung von Case-Management-Fällen im Zentralen Migrationsinformationssystem ZEMIS.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die intensivierte kantons- und behördenübergreifende Zusammenarbeit im Rahmen der Pilotphase Wirkung zeigt. Zudem bestätigen die ersten Resultate, dass die bestehenden Instrumente grundsätzlich funktionieren: Entscheidend ist, dass die Behörden über die verschiedenen Ebenen hinweg enger zusammenarbeiten und die bestehenden Zwangsmassnahmen konsequent anwenden. Deshalb soll die Koordination und Kooperation von Strafvollzugs-, Polizei- und Migrationsbehörden weiter intensiviert werden.

Ausblick

Ein für den Spätherbst vorgesehener Schlussbericht wird eine abschliessende Bilanz des zwölfmonatigen Pilotprojekts ziehen. Er wird Verbesserungsvorschläge in der behördenübergreifenden Zusammenarbeit, sowie «best practices» aufzeigen. Der Schlussbericht wird sich ebenfalls mit der langfristigen organisatorischen Einbettung der Task Force auseinandersetzen. Die TIA wird bis Ende 2026 in ihrer heutigen Form weitergeführt.

TIA in aller Kürze

Das Pilotprojekt TIA wurde 2025 im Kontext der Asylstrategie 2027 (ehemals «Gesamtstrategie Asyl») ins Leben gerufen. Ziel ist eine konsequente Reaktion der Schweizer Behörden bei Personen aus dem Ausländer- und Asylbereich, welche die öffentliche Sicherheit stören. Das Pilotprojekt wird auf strategischer Ebene durch die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektor­innen und -direktoren (KKJPD) sowie das Staatssekretariat für Migration (SEM) geleitet. Die operative Leitung obliegt der Vereinigung der Kantonalen Migrationsbehörden (VKM) und dem SEM.

Dokumente