Programm zur Förderung von experimenteller Weltraumforschung (Prodex) feiert 40-jähriges Jubiläum
Bern, 16.10.2026 — Das Programm zur Förderung von experimenteller Weltraumforschung (Prodex) der Europäischen Weltraumorganisation ESA feiert sein 40-jähriges Bestehen. Seit 1986 stellt es Mittel bereit, um die Entwicklung und Nutzung von wissenschaftlichen Instrumenten und Experimenten zu ermöglichen. Die Schweiz war massgeblich an der Gründung beteiligt und finanziert ihre Weltraumexperimente über Prodex. Damit fördert sie wissenschaftliche Exzellenz auf ESA-Missionen sowie auf Missionen internationaler Partner wie NASA, JAXA oder CNES. Vom 14. bis 16. Oktober 2026 wurden die Erfolge des Programms in Zürich gefeiert.
Weltraumforschung gehört zu den zentralen Pfeilern der ESA. Weil wissenschaftliche Experimente im Rahmen der ESA in der Regel von Forschungsinstitutionen der Mitgliedstaaten entwickelt und von diesen selbst finanziert werden, fehlte Staaten ohne eigens nationales Förderinstrument eine entsprechende Finanzierungsmöglichkeit. Die Schweizer und die belgische Delegation bei der ESA initiierten deshalb 1986 zusammen mit Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Verwaltung das ESA-Prodex-Programm. Heute beteiligen sich 17 ESA-Mitgliedstaaten daran.
Mit Prodex gelangt Weltraumforschung ins All
Dank der Expertise der ESA ermöglicht Prodex, hochkomplexe wissenschaftliche Instrumente und Experimente in den Weltraum zu bringen. Diese kommen sowohl auf ESA-Missionen als auch auf Missionen internationaler Partner wie der US-amerikanischen, der japanischen und der französischen Raumfahrtagentur (NASA, JAXA und CNES) zum Einsatz.
In der Schweiz wurden in den letzten 40 Jahren 130 Entwicklungsprojekte für Weltraumexperimente von mehr als 20 verschiedenen Hochschulforschungsstätten unterstützt. Mehr als 50 Prozent der finanziellen Beiträge flossen im Rahmen von Entwicklungsaufträgen an die Schweizer Industrie.
Beispiele dafür sind die Rosetta-Mission, bei der es erstmals gelang, einen Kometen über Jahre hinweg zu begleiten und wichtige Erkenntnisse über den Ursprung des Wassers auf der Erde zu gewinnen sowie CHEOPS, die erste ESA-Mission unter Schweizer Leitung und Europas erste Mission zur präzisen Charakterisierung von Exoplaneten. Darüber hinaus wurden dank Prodex Instrumente und Experimente für das ESA-Weltraumteleskop Euclid, das NASA-Weltraumteleskop James Webb und die Internationale Raumstation ISS entwickelt.
Weltraumforschung für den Alltag auf der Erde
Die in der Weltraumforschung entwickelten Technologien können für weitere Raumfahrtmissionen und Infrastrukturen sowie für Anwendungen im Alltag auf der Erde weiterentwickelt und genutzt werden. Weltraumforschung ermöglicht zudem die Beobachtung der Erde und ihres Klimas. Davon profitieren auch Schweizer Bürgerinnen und Bürger, beispielsweise bei Wettervorhersagen oder Katastrophenwarnungen.
Feierlichkeiten in Zürich
Vom 14. bis 16. Oktober 2026 wurden die Erfolge der letzten 40 Jahre mit einer Konferenz und einer Feier in Zürich gewürdigt. Staatssekretärin Martina Hirayama hielt dabei ein Keynote-Referat. Die Delegationen der Prodex-Teilnehmerstaaten, Vertreter der ESA sowie Vertreter der Weltraumwissenschaft und Industrie tauschten sich u.a. an diversen Paneldiskussionen aus.
