Sammelstelle des Bundes – neues Abfallbehandlungszentrum
Villigen, 22.10.2026 — Das Paul Scherrer Institut PSI betreibt gemäss der Schweizer Strahlenschutzverordnung die Sammelstelle des Bundes für radioaktive Abfälle. In den kommenden Jahren wird dafür auf dem PSI-Gelände ein neues Gebäude realisiert. Das Projekt mit Namen SamBA hat 2023 begonnen; das neue Gebäude soll 2033 in Betrieb genommen werden.

In Medizin, Industrie und Forschung (MIF) fallen auch radioaktive Abfälle an. Hierfür gibt es die Sammelstelle des Bundes, die vom Paul Scherrer Institut PSI auf dem eigenen Gelände betrieben wird. Sie ist gemäss der Schweizer Strahlenschutzverordnung (Art. 119, 120 StSV) der Annahmeort aller ablieferungspflichtigen radioaktiven Abfälle, die nicht als Folge der Nutzung von Kernenergie entstehen. An der Sammelstelle des Bundes nehmen Fachpersonen des PSI die radioaktiven MIF-Abfälle entgegen, bearbeiten sie sicher und lagern sie zwischen. Das PSI hat vom Bund den Auftrag, hierfür geeignete Infrastrukturen bereitzustellen. Nach bald sechzig Jahren Betriebszeit erreichen die bestehende Infrastruktur sowie die installierte technische Ausrüstung zur Bearbeitung der radioaktiven Abfälle mittelfristig das Ende ihrer Lebensdauer und müssen daher ersetzt werden.
Zur Realisierung eines Ersatzbaus hat das PSI Anfang 2023 das Projekt SamBA (Sammelstelle des Bundes - neues Abfallbehandlungszentrum) ins Leben gerufen. Seither wurden in verschiedenen Phasen des Projektes unter anderem eine sorgfältige Analyse der Abfallströme durchgeführt sowie daraus ableitend Anforderungen und Rahmenbedingungen an einen Ersatzneubau definiert. In einer Machbarkeitsstudie konnte aufgezeigt werden, dass der Ersatzneubau eines neuen Abfallbehandlungszentrums für radioaktive MIF-Abfälle auf dem bestehenden Gelände der Anlagen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle (AERA) am PSI notwendig und möglich ist. Im weiteren Verlauf des Projekts wurden die notwendigen Unterlagen für ein Rahmenbewilligungsverfahren erstellt, welches im März 2026 beim Bundesamt für Energie (BFE) für den Ersatzneubau eingeleitet wurde.
Das Gesuch befindet sich momentan in der behördlichen Prüfung. Der vollständige Abschluss der Prüfung mit politischem Entscheid durch Bundesrat und Parlament wird voraussichtlich 2030 erwartet.
In der Zwischenzeit treibt das PSI das wichtige Projekt SamBA in Zusammenarbeit mit den involvierten Behörden, dem Kanton Aargau und den Gemeinden Villigen und Würenlingen weiter voran, um einen möglichst zeitnahen Ersatz der bestehenden Infrastruktur realisieren zu können.
Das PSI rechnet mit der Inbetriebnahme des neuen Abfallbehandlungszentrums im Jahr 2033.
Als Wissens- und Kompetenzträger auf den Gebieten Strahlenmessungen, Strahlenschutz, Rückbau und Entsorgung stellt das PSI sicher, dass alle radioaktiven MIF-Abfälle der Schweiz auch in Zukunft zuverlässig, sicher und fachgerecht verarbeitet, entsorgt und zwischengelagert werden.
Text: Paul Scherrer Institut PSI/Knut Hirtzel und Roland Wagner
Über das PSI
Das Paul Scherrer Institut PSI ist das grösste Forschungsinstitut für Natur- und Ingenieurwissenschaften der Schweiz. Es ist der zentrale Standort der Schweizer Grossforschungsanlagen, die für Wissenschaft und Industrie zur Verfügung stehen. Die eigene Forschung umfasst Zukunftstechnologien, Energie und Klima, Health Innovation und Grundlagen der Natur. Das Jahresbudget beträgt CHF 450 Millionen. 2300 Menschen sind am PSI angestellt; davon sind rund ein Viertel Postdoktorierende, Doktorierende oder Lernende. Das PSI ist Teil des ETH-Bereichs, dem auch die ETH Zürich und die ETH Lausanne angehören sowie die weiteren bundeseigenen Forschungsinstitute Empa, Eawag und WSL.
Kontakt
Roland Wagner
Projektleitung SamBA
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Paul Scherrer Institut PSI
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