Rund dreimal mehr Diebstähle als digitale Straftaten in der polizeilichen Kriminalstatistik
Neuchâtel, 23.03.2026 — Insgesamt sind 554 963 Straftaten gemäss Strafgesetzbuch (StGB) im Jahr 2025 verzeichnet worden. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Straftaten um 1,5% gesunken, was insbesondere auf den Rückgang der Vermögensstraftaten um 3,5% zurückzuführen ist. Wie bereits in den vergangenen Jahren ist die Zahl der schweren Gewaltstraftaten angestiegen (+8,1%). Von den 55 vollendeten Tötungsdelikten geschahen 61,8% im häuslichen Bereich. Dies sind einige Ergebnisse der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Weniger Vermögensstraftaten
Der Rückgang bei den Vermögensstraftaten ist auf verschiedene Strafartikel zurückzuführen. Den grössten Anteil innerhalb der Vermögensstraftaten macht mit 41,7% der Diebstahl aus (154 041 Straftaten). Anders als im Jahr zuvor, in welchem bei den meisten Diebstahlformen ein Anstieg zu beobachten war, zeigt sich für das Jahr 2025 ein Rückgang (Total –5,3%). Besonders zurückgegangen sind der Fahrzeugeinbruchdiebstahl (–18,8%), der Diebstahl ab/aus Fahrzeugen
(–17,0%) sowie der Taschendiebstahl (–15,5%). Weiter wurden weniger gestohlene Fahrzeuge
(–4,9%), weniger Sachbeschädigungen (–3,2%) sowie weniger Betrugsstraftaten registriert (–5,1%).
Digitale Kriminalität bleibt auf ähnlichem Niveau wie 2024
Für das Jahr 2025 wurden 57 761 Straftaten mit einem digitalen Tatvorgehen erfasst. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von 2 Prozent. Mit 54 247 Straftaten machte die Cyber-Wirtschaftskriminalität den grössten Anteil aus.
Im Bereich Cyber-Wirtschaftskriminalität wurden insgesamt 36 572 geschädigte Personen registriert. Den grössten Anteil (81,2%) innerhalb dieses Bereichs machten geschädigte Personen von Online-Betrugsstraftaten aus. Differenziert nach Geschlecht zeigt sich, dass männliche Personen häufiger von Online-Anlagebetrug (65,2%), nicht gelieferten Waren auf Kleinanzeigenplattformen (60,2%) sowie Vorschussbetrug (57,0%) betroffen waren, während mehr weibliche Personen als Geschädigte von falschen Unterstützungsanfragen (60,8%) und Romance Scam (54,8%) erfasst wurden. Mit Ausnahme der nicht gelieferten Waren auf Kleinanzeigenplattformen war bei den genannten Betrugsformen die Altersgruppe der über 60-Jährigen am stärksten betroffen.
Zu einer weiteren digitalen Deliktsform zählt das Erpressen von Geld mit Bild- und Videomaterial, sogenanntes Sextortion. Im Jahr 2025 waren neun von zehn geschädigten Personen männlich. Fast ein Drittel aller geschädigten Personen von Sextortion waren minderjährig (31,5 %).
Mehr Tötungsdelikte als im Vorjahr
Gewaltstraftaten wurden 2025 insgesamt 49 915 verzeichnet, zwei Prozent mehr als 2024. Die schweren Gewaltstraftaten sind im Vergleich zum Vorjahr um 8,1% auf 2654 Straftaten gestiegen (2024: +19,4%). Die 55 vollendeten Tötungsdelikte im Jahr 2025 liegen über dem Mittelwert der durchschnittlich pro Jahr polizeilich registrierten 48 Tötungsdelikte seit 2009. In den Jahren 2013 und 2015 wurden mit jeweils 57 vollendeten Tötungsdelikten die höchsten Werte verzeichnet. Von den 55 getöteten Personen waren 32 weiblich (58,2%).
Mehr als die Hälfte der vollendeten Tötungsdelikte (34 Straftaten bzw. 61,8%) wurden innerhalb einer bestehenden oder ehemaligen Partnerschaft oder der Familie verübt. Die Opfer von Tötungsdelikten im häuslichen Kontext waren auch 2025 zu 74% weiblich. Dies entspricht dem durchschnittlichen Anteil der in den vergangenen 17 Jahren getöteten weiblichen Personen. Bei den getöteten Personen in einer (ehemaligen) Partnerschaft handelt es sich um 19 Frauen und 2 Männer. In Familien- oder anderen Verwandtschaftsbeziehungen wurden sechs Minderjährige, vier Frauen und drei Männer getötet.
Auch 2025 über 90 000 beschuldigte Personen registriert
Insgesamt wurden 92 147 Personen wegen einer Straftat gegen das StGB polizeilich registriert. Schweizer Staatsangehörige machen 42,1% (Total 38 821 Personen), ausländische Staatsangehörige der ständigen Wohnbevölkerung 32,3% (Total 29 725 Personen), die Asylbevölkerung 5,8% (Total 5386 Personen) sowie die übrigen Ausländerinnen und Ausländer 19,8% (Total 18 215 Personen) der beschuldigten Personen aus. Während bei den Schweizer Staatsangehörigen die Zahl der beschuldigten Personen auf ähnlichem Niveau (–0,3%) geblieben ist, wurden bei der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung 2,9% und bei den übrigen Ausländerinnen und Ausländern 1,3% mehr beschuldigte Personen als im Vorjahr verzeichnet. Die Zahl der beschuldigten Personen aus der Asylbevölkerung ist um 12,4% gesunken.
Diese Medienmitteilung und weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website des BFS.
