Die Schweiz unterstützt in Genf eine Initiative des Jemen zum Schutz der Zivilbevölkerung
Bern, 29.10.2026 — EDA-Staatssekretär Alexandre Fasel nahm am 29. Oktober 2026 in Genf an einem Treffen jemenitischer Stammesführer teil, an dem ein Ehrenkodex zum Schutz der Zivilbevölkerung im Jemen vorgestellt wurde. Das Treffen, das auf eine Initiative des Jemen zurückgeht und das vom Genfer Zentrum für die Gouvernanz des Sicherheitssektors organisiert wurde, wird von der Schweiz unterstützt.
Vertreter der verschiedenen jemenitischen Stämme stellten im Palais des Nations das Ergebnis ihrer zweijährigen Konsultationen vor. Fast 5000 jemenitische Würdenträger haben dem Ehrenkodex, der aus diesen Konsultationen hervorging, bereits zugestimmt. Er beruht auf den Traditionen und Werten der verschiedenen Stämme im Land und legt Verpflichtungen in den Bereichen Schutz der Zivilbevölkerung, Einhaltung humanitärer Grundsätze, lokale Mediation und Deeskalation von Konflikten fest.
Einsatz für den Schutz der Zivilbevölkerung
Angesichts des anhaltenden Konflikts und seiner schwerwiegenden Folgen soll der Kodex dazu beitragen, die Gewalt einzudämmen. Er sieht insbesondere Verhaltensregeln vor, die darauf abzielen, die Zivilbevölkerung zu schützen, den humanitären Zugang zu ermöglichen und die Rechenschaftspflicht der beteiligten Akteure zu stärken. Zur Umsetzung des Kodex braucht es lokale Überwachungs- und Mediationsmechanismen.
Staatssekretär Alexandre Fasel würdigte in seiner Ansprache das Engagement der jemenitischen Stammesführer und betonte, wie wichtig es sei, dass konkrete und nachhaltige Massnahmen folgen. Er rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, gemeinsam mit dem Genfer Zentrum für die Gouvernanz des Sicherheitssektors (DCAF) zur Umsetzung dieses Kodex beizutragen.
Das DCAF wurde im Jahr 2000 auf Initiative des Bundes gegründet und ist eines der drei vom Bund unterstützten friedens- und sicherheitspolitischen Zentren in Genf. Das DCAF setzt sich für die Stärkung der demokratischen Gouvernanz im Sicherheitssektor und für die Achtung der Rechtsstaatlichkeit ein. Die Schweiz unterstützt seine Aktivitäten im Jemen seit 2022. Sie tut dies im Rahmen ihrer Politik zur Förderung des Weltfriedens, des humanitären Völkerrechts und ihrer Guten Dienste.
