20 Jahre Einsatz für die Menschenrechte
Bern, 08.07.2026 — Die 62. Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats ist heute in Genf zu Ende gegangen. Am 19. Juni 2026 feierte der Rat sein 20-jähriges Bestehen. Die Schweiz hatte sich für seine Gründung eingesetzt und damit zur Schaffung eines Gremiums beigetragen, das die Rechenschaftspflicht der Staaten stärkt und die Weiterentwicklung internationaler Normen im Bereich der Menschenrechte fördert. Die heute zu Ende gegangene Sitzung stand im Zeichen der Rechte der Frauen und der Gleichstellung der Geschlechter. Die Schweiz setzte sich insbesondere gegen Zwangsheirat und Gewalt gegen Frauen und Mädchen in verschiedenen Kontexten ein.
Im Jahr 2006 verabschiedete die UNO-Generalversammlung die von der Schweiz unterstützte Reform, mit der die ehemalige Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen durch den Menschenrechtsrat mit Sitz in Genf abgelöst wurde. Der Rat bietet Raum für den Dialog unter Staaten, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft. In den zwanzig Jahren seines Bestehens hat er zur Weiterentwicklung des Völkerrechts beigetragen und es an die Herausforderungen der heutigen Zeit angepasst.
Themen wie Desinformation, Klimawandel und Menschenrechte im digitalen Raum standen im Mittelpunkt der 62. Sitzung des UNO-Menschenrechtsrats, wobei Genderfragen besondere Beachtung fanden.
Die Schweiz spielte eine führende Rolle in einer Gruppe von Ländern, die zur Verabschiedung einer Resolution zur Umsetzung der vom UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte erarbeiteten Leitlinien gegen Kinder-, Früh- und Zwangsheirat beigetragen hatte.
Die Schweiz unterstützt die Arbeit des Menschenrechtsrats unter anderem wegen seines Einsatzes im Bereich der Konfliktprävention. Indem er Verstösse gegen das humanitäre Völkerrecht aufdeckt und dokumentiert, macht er auf Anzeichen drohender Konflikte aufmerksam und ermöglicht somit frühzeitig Massnahmen zu deren Entschärfung. Instrumente wie die Allgemeine regelmässige Überprüfung, die Sonderverfahren und unabhängige Untersuchungsmechanismen geben den Opfern von Menschenrechtsverletzungen eine Stimme und sorgen dafür, dass die Täter vermehrt zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Schweiz setzt sich dafür ein, dass der Rat wirksam, glaubwürdig und langfristig handlungsfähig bleibt. Angesichts der zunehmenden Versuche, die Menschenrechte infrage zu stellen, bekräftigt die Schweiz, dass diese Rechte keine regionale oder kulturelle Sichtweise widerspiegeln, sondern völkerrechtliche Verpflichtungen darstellen, zu denen sich fast alle Staaten bekannt haben.
