Asylstatistik Juli 2026
Bern-Wabern, 18.08.2026 — Beim Staatssekretariat für Migration (SEM) gingen im Juli 2026 fast ein Viertel weniger Asylgesuche ein als im Jahr zuvor: 1915 Gesuche entsprechen einem Rückgang von 22,8 Prozent. Verglichen mit Juni 2026 hat die Zahl der Gesuche leicht zugenommen (+7,8 %). Im Sommer und Herbst steigt die Zahl der Gesuche regelmässig an.

Die Asylgesuchszahlen entwickeln sich Monat für Monat weiterhin rückläufig im Vergleich zu den Vorjahreswerten. Insgesamt hat das SEM in diesem Jahr 18 Prozent weniger Gesuche (–2473) verzeichnet als in den ersten sieben Monaten des letzten Jahres.
Das wichtigste Herkunftsland bleibt Afghanistan mit 351 Gesuchen. Darauf folgen Eritrea (268), Algerien (255), Türkei (179) und Äthiopien (149).
Von den 1915 im Juli gestellten Gesuchen entfielen 1575 auf Primär- und 340 auf Sekundärgesuche. Bei Letzteren handelt es sich um Geburten, Familiennachzüge oder Mehrfachgesuche. Die höheren Gesuchszahlen in diesem Monat sind hauptsächlich auf den Anstieg der Primärgesuche zurückzuführen (+10,4 %), während die Anzahl Sekundärgesuche leicht zurückging (–3,1 %).
Im Juli 2026 entschied das SEM erstinstanzlich über 2372 Asylgesuche. In 28 Prozent der Fälle gewährte es Asyl. Insgesamt verliessen 939 Personen kontrolliert die Schweiz, wovon 569 selbständig ausgereist sind. Die übrigen 370 Personen wurden unter polizeilicher Begleitung in ihren Heimatstaat oder einen zuständigen Dritt- oder Dublin-Staat zurückgeführt.
Seit dem 12. Juni 2026 ist der EU-Migrations- und Asylpakt in Kraft. Die Schweiz ist im Rahmen der Dublin- und Schengen-Assoziierungsabkommen an zentralen Teilen des neuen Paktes beteiligt. Die Auswirkung der neuen Regeln auf die Asylgesuche in der Schweiz und in Europa, kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden.
