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MedienmitteilungVeröffentlicht am 12. Juni 2026

Swissmedic veröffentlicht Geschäftsbericht und Jahresrechnung 2025

Bern, 12.06.2026 — Der Bundesrat hat am 12. Juni 2026 die Berichterstattung des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic über das vergangene Jahr gutgeheissen und damit den Swissmedic-Institutsrat für das Geschäftsjahr 2025 entlastet. Es war für das Heilmittelinstitut ein Jahr des Wandels, mit bedeutsamen Wechseln an der Spitze der Organisation und der sich deutlich zuspitzenden finanziellen Lage. Der durch Reserven gedeckte Verlust von knapp 32 Millionen Franken im Geschäftsjahr 2025 resultierte aus einer strukturellen Unterdeckung und einem starken Kostenwachstum. Die Leistungsfähigkeit im Kerngeschäft blieb konstant hoch.

Das dritte Jahr der Strategieperiode 2023–2026 brachte in fünf strategischen Zielen positive Ergebnisse. Swissmedic hat 2025 ihre Aufsichts- und Überwachungsaktivitäten intensiviert. Es wurden mehr klinische Versuche (89) und Spitäler (28) inspiziert sowie Schwerpunktaktionen zur Kontrolle der Anwendung von Fillern und zur Überprüfung der Importeure von Medizinprodukten durchgeführt. Ausserdem behandelte das Heilmittelinstitut wiederum über 6000 Fälle von illegalen Arzneimittelimporten.

Vergangenes Jahr hat Swissmedic 40 Humanarzneimittel mit neuen Wirkstoffen zugelassen, ein Viertel davon im Rahmen der internationalen Access- und Orbis-Verfahren. Die Durchlaufzeit bei Swissmedic-Verfahren konnte im Median um 52 auf 392 Kalendertage gesenkt werden. Damit ist das Schweizerische Heilmittelinstitut auch weiterhin unter den führenden und schnellsten sechs Heilmittelbehörden weltweit. Im Kalenderjahr wurden auch 24 Tierarzneimittel neu zugelassen, darunter 4 Impfstoffe.

Swissmedic hat den Austausch mit anderen Behörden und medizinischen Fachpersonen weiter ausgedehnt. So hat sie unter anderem die Publikation koordiniert, die Kinderärztinnen und Kinderärzten Möglichkeiten aufzeigt, bei Versorgungsengpässen Kinderarzneimittel zu importieren. Das 2023 eingeführte Innovationsbüro mit dem Schwerpunkt auf neuartigen Therapien erleichterte bei hoher Nachfrage auch 2025 den Dialog mit dem Regulator und förderte innovative Projekte.

Auch im Bereich der technischen Infrastruktur konnten substanzielle Fortschritte erzielt werden. Der Providerwechsel vom Bundesamt für Informatik zu Swisscom in der zweiten Jahreshälfte erlaubte es Swissmedic, die private Cloud-Infrastruktur in Betrieb zu nehmen. Sie dient als Plattform für diverse Fachanwendungen. Sämtliche SAP-Anwendungen wurden ebenfalls erfolgreich in die Swissmedic- und die SAP-Cloud überführt. Das Swissmedic-Portal wurde in mehreren Releases funktional deutlich ausgebaut. Die Ablösung der restlichen Altsysteme wird nun langsamer als geplant bis 2030 umzusetzen sein.

2025 hat sich die finanzielle Lage von Swissmedic zugespitzt. Das Defizit von 32 Millionen geht auf die seit 2023 wachsende Deckungslücke beim Bundesbeitrag, einen substanziellen Mehraufwand bei Betrieb und Personal sowie die Senkung der Arzneimittelaufsichtsabgabe 2022 zurück. Der Mehraufwand hat drei Gründe:

  • die Umsetzung der verschärften Medizinprodukte-Regulierung und der Abbruch der Zusammenarbeit mit der EU;
  • die intensivierten Aufsichts- und Überwachungstätigkeiten; sowie
  • die notwendigen Investitionen in die digitale Transformation und zum Ersatz von IT-Systemen, die an ihr Lebensende kommen, für die Leistungserbringung aber zwingend sind.

Im November 2025 beschloss daher der Institutsrat einschneidende Ergebnisverbesserungsmassnahmen: Bis 2027 werden 9 Prozent des Personalaufwands oder 45 Vollzeitstellen abgebaut sowie 19 Prozent des Sachaufwands, rund 6 Millionen Franken, eingespart.

Damit soll 2025 einen Wendepunkt markieren. Die Reserven, die Ende 2025 noch gut 91 Millionen Franken betrugen, werden mit dem Verlust verrechnet. Ab 2026 betragen die Reserven noch 59,5 Millionen Franken. Gleichzeitig sollen die Ergebnisverbesserungsmassnahmen, der für 2027 um 2,7 Millionen Franken erhöhte Bundesbeitrag sowie die Einführung der Produkteregistrierungsgebühr für Medizinprodukte zu einer Verbesserung der finanziellen Situation beitragen.

2025 hat der Bundesrat mit personellen Wechseln an der Spitze von Swissmedic die Weichen für die Zukunft gestellt. Er ernannte Vincenza Trivigno zur neuen Direktorin. Sie folgte im Januar 2026 auf Direktor Raimund Bruhin. Auch bestätigte er die Zusammensetzung des Institutsrats und ernannte mit Milena Folletti und Virginie De Biase zwei neue Mitglieder, mit Monika Rüegg Bless die neue Vizepräsidentin.

Abschlussbericht des Programms Transformation Swissmedic Plattformen

2022 startete Swissmedic im Rahmen ihrer strategischen Ziele das Programm «Transformation Swissmedic Plattformen» (TSP). Die IT-Landschaft war in die Jahre gekommen, nur noch eingeschränkt wartbar und teilweise am technischen Lebensende. Für die Ablösung dieser Altsysteme wurde bis 2025 im Rahmen von TSP die Basis für die weitere Digitalisierung geschaffen. Nun liegt der Abschlussbericht des Programms vor.

Zentrale technologische, fachliche und organisatorische Grundlagen wurden aufgebaut, insbesondere durch den Einsatz von Cloud-Technologien. Kernprozesse in Zulassung und Bewilligung konnten harmonisiert und die datenzentrierte Arbeit mit einem neuen Fachdatenmodell nach internationalen Standards weiterentwickelt werden. Die Grundmauern des Swissmedic Portals, der künftigen zentralen Interaktionsplattform mit den Stakeholdern, stehen. Erste Gesuchsprozesse sind bereits digital verfügbar. Informationssicherheit und Datenschutz sind dabei streng geregelt. Gleichzeitig etablierte Swissmedic eine agile Organisationsstruktur mit stabilen Produkteteams.

Die verbleibenden Altsysteme werden schrittweise entlang der Roadmap von Swissmedic bis 2030 abgelöst. Die digitale Weiterentwicklung erfolgt künftig integriert in der Regelorganisation.

Der Geschäftsbericht mit der Jahresrechnung 2025 sowie der Abschlussbericht des Digitalisierungsprogramms sind auf der Website von Swissmedic verfügbar.

Swissmedic Geschäftsbericht 2025