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MedienmitteilungVeröffentlicht am 5. Juni 2026

Die Früherkennung und Behandlung von Endometriose sollen verbessert werden

Bern, 05.06.2026 — Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die für die betroffenen Frauen mit erheblichen Einschränkungen und Belastungen verbunden ist und die auch Folgen für die gesamte Gesellschaft hat. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 5. Juni 2026 in Erfüllung eines Postulats den Bericht «Strategie für die frühzeitige Erkennung von Endometriose» gutgeheissen. Darin hält er fest, dass bei der frühzeitigen Erkennung der Krankheit und bei der Behandlungsqualität ein klarer Handlungsbedarf besteht.

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, von der ungefähr eine von zehn Frauen im gebärfähigen Alter betroffen ist. Betroffene leiden häufig über Jahre hinweg unter erheblichen Beschwerden, bevor die Ursache ihrer Symptome erkannt, eine Diagnose gestellt und eine angemessene Behandlung eingeleitet wird. Die Erkrankung verursacht oftmals ein breites Spektrum an Symptomen und gesundheitlichen Problemen, darunter starke Menstruations- und Beckenschmerzen, Müdigkeit oder Angstzustände. Viele betroffene Frauen haben zudem Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Darüber hinaus kann die Erkrankung zahlreiche Lebensbereiche negativ beeinflussen, etwa den Arbeitsalltag, die Ausbildung oder die Partnerschaft.

Der Bundesrat anerkennt im Bericht in Erfüllung des Postulats 23.3009 der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats (WBK-S) die erhebliche individuelle und gesellschaftliche Belastung durch Endometriose. Gleichzeitig hält er fest, dass die Herausforderungen bei der Diagnose und Behandlung von Endometriose exemplarisch für bestehende strukturelle Defizite des Schweizer Gesundheitssystems im Umgang mit frauenspezifischen Krankheiten stehen. Der Bundesrat identifiziert in diesem Bereich einen klaren Handlungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf die frühzeitigere Erkennung der Krankheit und bessere Behandlung. Zudem ist er der Ansicht, dass frauenspezifische Krankheiten in Forschung und Ausbildung generell stärker berücksichtigt werden müssen.

Um diese Situation zu verbessern, hat der Bundesrat bereits verschiedene Massnahmen eingeleitet. So wurde die Eidgenössische Qualitätskommission beauftragt, frauenspezifische Krankheiten in ihren strategischen Zielen explizit zu berücksichtigen. Dazu wird derzeit eine Studie zur Behandlungsqualität bei frauenspezifischen Erkrankungen durchgeführt, die auch Endometriose thematisiert. Zudem beauftragt der Bundesrat das Bundesamt für Gesundheit, gemeinsam mit dem Schweizerischen Gesundheitsobservatorium die Möglichkeiten zu überprüfen, wie bereits verfügbare Daten zur Versorgungssituation von Endometriose-Betroffenen ausgewertet werden können.

Gleichzeitig weist der Bundesrat darauf hin, dass die Zuständigkeit für die Sicherstellung einer angemessenen und zeitnahen Diagnose und Behandlung von Endometriose primär bei den Gesundheitsfachpersonen und Gesundheitseinrichtungen liegt. Umso wichtiger ist für ihn deshalb die Zusammenarbeit mit den Akteurinnen und Akteuren ausserhalb der Bundesverwaltung. Der Bundesrat empfiehlt den Leistungserbringenden, Fachgesellschaften, Bildungs- und Forschungsinstitutionen sowie den Betroffenenorganisationen, sich weiterhin für eine verbesserte Forschungslage, koordinierte Versorgung sowie angemessene Tarife einzusetzen. Zudem soll die Sensibilisierung über Endometriose in der Gesundheitsversorgung, der Arbeitswelt und der Bildung verstärkt werden.

Weitere Informationen

Strategie für die frühzeitige Erkennung von Endometriose