Agenda 2030: Schweiz setzt sich in New York für wirkungsorientierte Umsetzung der UNO-Nachhaltigkeitsziele ein
Bern, 13.07.2026 — Am diesjährigen Hochrangigen Politischen Forum für nachhaltige Entwicklung (HLPF) vom 7. bis 16. Juli 2026 am UNO-Sitz in New York stellt die Schweiz ihren vierten Länderbericht zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung vor. Lokale Behörden verfügen über gute Beispiele einer wirkungsorientierten Umsetzung der Ziele. Deshalb sind in der Schweizer HLPF-Delegation auch die Städte Basel, Bern und Genf hochrangig vertreten.
Am HLPF beurteilen die UNO-Mitgliedsstaaten seit 2016 den Umsetzungsstand der Agenda 2030. Zu den 36 Ländern, die in diesem Jahr ihren Länderbericht vorstellen, gehört auch die Schweiz.
In der heute erfolgten Präsentation zeigte die Schweiz auf, in welchen Bereichen sie Fortschritte erzielen konnte. Positiv zu erwähnen sind beispielsweise der Zuwachs der erneuerbaren Energien, die Senkung des Materialfussabdrucks oder die Gleichstellung der Geschlechter. Auch bessere Daten – z.B. für grenzüberschreitende Auswirkungen (Spillover-Effekte) – gehören zu den positiven Entwicklungen. Die Schweiz zeichnete in ihrem Länderbericht aber auch ein realistisches Bild und verdeutlichte, dass sie bei allen Schwerpunktthemen der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 weiterhin vor Herausforderungen steht. Die Umsetzung der Ziele in Bereichen wie Klima, Armut und angemessenem Wohnraum stockt. Der Bundesrat hatte den Länderbericht am 13. Mai 2026 verabschiedet und dabei dessen Bedeutung als pragmatischer Referenzrahmen mit Fokus auf Prioritäten, Wirkung und realistische Zielerreichung unterstrichen.
Delegation zeigt Bedeutung der subnationalen und nichtstaatlichen Akteure
Die Umsetzung der Agenda 2030 in der Schweiz stützt sich auf die föderalen Strukturen und die enge Zusammenarbeit von Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden. Diese ermöglichen eine wirksame Verankerung der Ziele im lokalen Kontext. Städte wie Genf, Bern und Basel haben die Kommunikation über lokale Fortschritte verstärkt und kürzlich auch Berichte zuhanden der UNO veröffentlicht. Die sogenannten «Voluntary Local Reviews» (VLR) nehmen eine Bestandsaufnahme der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) vor und heben damit die auf lokaler Ebene erzielten Fortschritte hervor. Entsprechend ist die subnationale Ebene am HLPF erstmals hochrangig vertreten.
Gemäss Christina Kitsos, Stadtpräsidentin von Genf, ist der Austausch zwischen den Städten von entscheidender Bedeutung: «Die Stadt Genf spielt eine entscheidende Rolle bei der Verknüpfung von lokaler und globaler Ebene, insbesondere durch das Bürgermeisterforum. Dank ihrer bürgernahen Massnahmen setzt sie die Grundsätze der Agenda 2030 in konkrete Maßnahmen um.»
Insgesamt wird die Agenda 2030 wesentlich von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Finanzwirtschaft und Wissenschaft mitgetragen. Ihre Bedeutung und ihr Beitrag für die nachhaltige Entwicklung werden im diesjährigen Bericht durch ein eigenständig verfasstes Kapitel von jeder dieser Akteursgruppen hervorgehoben. Vertreterinnen und Vertreter von der Plattform Agenda 2030, Swisscleantech, der Universität Bern und der Jugend stellen ihre Expertise in der HLPF-Delegation der Schweiz zur Verfügung. Sie zeigen beispielhaft die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Staat und nichtstaatlichen Organisationen, welche auch nach der Länderberichterstattung weitergeht.
Fokus auf Wirksamkeit und urbanen Siedlungsraum
Am Schweizer Side Event zu SDG 11 diskutierten Fachpersonen aus Politik und Praxis über Wege zu mehr bezahlbarem und nachhaltigem Wohnraum. Im Fokus standen politische, rechtliche und finanzielle Hürden, integrative Ansätze der Stadtentwicklung sowie innovative und klimafreundliche Wohnmodelle. Conradin Cramer, Regierungspräsident Basel-Stadt betonte die Notwendigkeit konkreter Massnahmen wie das Projekt Basel baut Zukunft. «Solche Initiativen, die in Zusammenarbeit mit Investoren und Bevölkerung erarbeitet werden, können langfristig günstigen Wohnraum sichern», sagte Cramer. Gemäss Lavito Bacarissa, Exekutivsekretär der Nationalen Kommission für die SDGs (CNODS) und Generalsekretär der Präsidentschaft von Brasilien sei es wichtig, Lösungsansätze auf die jeweiligen lokalen Gegebenheiten anzupassen.
Der Anlass zeigte Beispiele auf, wie konkrete Massnahmen mit Wirkung gut auf der lokalen Ebene umgesetzt werden. Die Verbindung der lokalen Umsetzungsebene mit dem kooperativen Austausch zwischen Ländern ist etwas, wofür sich die Schweiz gerade auch in geopolitisch komplexen Zeiten stark macht. In der Generaldebatte betonte Markus Reubi, Delegierter des Bundesrates für die Agenda 2030, dass sich die Schweiz weiterhin für einen wirksamen, effizienten Multilateralismus einsetzt. «Dies gilt auch mit Blick auf die Zukunft der nachhaltigen Entwicklung, um mit Trends wie dem demographischen Wandel, neuen Technologien oder den Schäden von Klimawandel und Biodiversitätsverlust umzugehen», sagte der Delegationsleiter in der Erklärung.
Links
- Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (EDA/UVEK)
- Regionales Nachhaltigkeitsforum in Genf (Medienmitteilung 22.04.2026)
- Länderbericht 2026 im Detail anschauen
- Gemischte Zwischenbilanz: Vierter Länderbericht der Schweiz zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (Medienmitteilung 13.05.2026)
- Bericht der Eidg. Finanzkontrolle EFK (22.04.2026)
